Sind Endometriose-Betroffene häufiger hypermobil?

Ich habe Endometriose und ich bin hypermobil. Hängt das miteinander zusammen? Diese Frage habe ich mir gestellt nachdem ich nun mehrfach Reels zum Thema gesehen habe, in denen genau das behauptet wird.

Also wollte ich es genau wissen und habe mich auf die Suche nach Studien zu Thema begeben. Mit mäßigem Erfolg.

Tatsache ist, dass ich keine einzige Studie zum Zusammenhang zwischen Endometriose und Hypermobilität gefunden habe. Trotzdem scheint es da eine Spur zu geben. Besteht vielleicht also doch ein Zusammenhang?

Immerhin würde es uns wohl nicht wundern, wenn auf der ohnehin schon langen Endometriose-Symptomliste ein weiteres Symptom Platz finden würde.

Hypermobilität bei Endometriose

Die Studienlage zum Zusammenhang von Endometriose und Hypermobilität

Wie gesagt, ich habe keine Studie gefunden, die diesen spezifischen Zusammenhang von Endometriose und Hypermobilität erforscht hat. Studien zum Ehlers-Danlos-Syndrom (EDS) legen aber nahe, dass Frauen mit Endometriose häufiger hyperflexibel sind (PMID: 27619482).

Beide Erkrankungen scheinen eine Störung im Bindegewebe zu teilen. Bindegewebe besteht maßgeblich aus Kollagen. Es ist so, dass eine genetische oder biochemische Schwäche im Bindegewebe sowohl die Hypermobilität verursacht als auch die Entstehung oder das Fortschreiten der Endometriose begünstigen könnte.

Auch die veränderte Körperwahrnehmung/ Schmerzwahrnehmung kann zu einer (verstärkten) Hypermobilität führen wie Studien zur Physiotherapie (z.B. Oberegger & Taxer, Der Schmerz 2025) zeigen sollen.

Physiotherapie und generell Bewegung bei Endometriose ist definitiv sinnvoll. Hier braucht es aber Stabilisation, Kräftigung der tiefen Muskulatur und Propriozeptionstraining (Wahrnehmung der Gelenkstellung), um die lockeren Gelenke zu schützen. Also nicht noch mehr Dehnung!

Also ja, es ist was dran an der Behauptung, dass es mit Endometriose wahrscheinlicher ist hypermobil zu sein. Dass man von einer Hypermobilität mit Sicherheit auf Endometriose schließen kann, wäre aber eine falsche Behauptung. Schließlich gibt es auch hypermobile Frauen ohne Endometriose und Endometriosebetroffene, die nicht hypermobil sind. Kommen jedoch andere Symptome dazu, also zum Beispiel Hypermobilität plus extreme Unterleibschmerzen, sollte schneller an Endometriose gedacht werden.

Welche Übungen sind sinnvoll bei Hypermobilität?

Wenn du auch hypermobil bist und unter Endometriose leidest, dann interessierst du dich nun vermutlich für sinnvolle Übungen. Einfach ins Fitnessstudio zu rennen und so viel Gewicht stemmen wie möglich, oder im Yogastudio deine Übergelenkigkeit zur Schau zu stellen sind hier eher kontraproduktiv.

Kräftigung ist generell gut. Wir dürfen aber auch nicht vergessen, dass wir Endometriose haben und damit ganz individuelle Symptome und Einschränkungen einher gehen. Ein zyklusbewusstes, personalisiertes Training ist der beste Weg. Schauen wir uns ein paar Optionen an:

Yoga bei Endometriose

Yoga als ganzheitliche Lebensphilosophie ist definitiv eine sehr gute Idee. Für dieses Thema wollen wir uns aber auf die Asanapraxis, also Yogaübungen bei Endometriose fokussieren. Am besten übst du mit einer auf Frauengesundheit spezialisierten Yogalehrerin. Die passenden Kontakte findest du hier.

Hier sind ein paar generelle Empfehlungen für deine Yogapraxis:

Yoga bei Endometriose

Utkata Konasana
Du kennst diese Haltung vielleicht unter dem Namen Goddess-Pose.

Yoga bei Endometriose

Virabhadrasana
Die Kriegerhaltungen eignen sich ebenfalls sehr gut. Ganz egal, ob Krieger 1, 2, oder 3.

Endometriose Yoga

Upavesasana/ Malasana
Diese Hocke kann sowohl aktiv als auch passiv (Yin Yoga) und unterstützt praktiziert werden.

Pilates und Work Outs bei Endometriose

Auch Pilates kann eine sehr gute Option sein. Dabei vereint sich die ein oder andere Yogaübung mit Gewichten und anderen stärkenden Hilfsmitteln. Natürlich ist es auch hier sinnvoll sich individuell beraten zu lassen und auf eine bestehende Hypermobilität und die Endometriose hinzuweisen.

Außerdem stellen aber auch (Home-)Workouts eine tolle Möglichkeit dar den Körper zu kräftigen. Nur, weil du Endometriose hast, sind dir keine Grenzen gesetzt. Mache das, was dir gut tut, beachte deinen Zyklus und achte auf genügend Regeneration und Pausen. Empfehlungen für dein Work Out, findest du hier!

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